Baufinanzierung


Die Finanzierung Ihres Hauses muss sichergestellt sein. Informieren Sie sich bereits vor dem ersten Bankbesuch zu diesem Thema. Es gilt eine auf Sie zugeschnittene Baufinanzierung zu finden. Gerne vermitteln wir Ihnen die wichtigsten Frage­stellungen noch vor Ihrem ersten Beratungsgespräch. Anbei haben wir Ihnen einen Leitfaden mit den wichtigsten Aspekten zum Thema Baufinanzierung zusammengestellt.

1. Was kann und will ich mir leisten
Wie viel kann ich problemlos monatlich an die Bank zurückzahlen? Hierfür ist eine qualifizierte Haushaltsberechnung notwendig. Kann ich angespartes Eigenkapital in die Kalkulation einfließen lassen? Eigenkapital sind beispielsweise Kontoguthaben sowie Bausparverträge oder auch Lebensversicherungen. Basierend auf den Ergebnissen kann Ihnen der maximale Baupreis errechnet werden.

2. Baudarlehen und KfW-Kredit
Die klassische Form der Baufinanzierung ist ein Annuitätendarlehen. Darunter versteht man einen Kredit mit gleichbleibenden monatlichen Raten, der sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt. Mit einem Annuitätendarlehen der Bank lassen sich unter Umständen etwa Kredite der staatlichen Förderbank KfW kombinieren. Diese vergibt besonders zinsgünstige Kredite mit vorteilhaften Bedingungen insbesondere bei energieeffizienter Bauweise.

3. Zentrale Begrifflichkeiten
Sollzinsbindung: Bei einem niedrigen Zins kann es sich lohnen, die aktuellen Konditionen möglichst lange festzuschreiben.
Anfangstilgung: Dieser Wert gibt an, wieviel Prozent des Kredites Sie im ersten Jahr zurückzahlen. Bei niedrigen Zinsen lässt sich dieser Betrag höher ansetzen – wodurch Sie schneller schuldenfrei werden.
Sondertilgungen vereinbaren: Sondertilgungen sind außerplanmäßige Rückzahlungen, die über die vereinbarten monatlichen Raten hinausgehen. Mit diesen Zusatzzahlungen kann der Hauskäufer die eigentlich vereinbarte Laufzeit der Baufinanzierung verkürzen und so auch die gesamten Kreditkosten reduzieren. Eine Sondertilgung ist besonders dann sinnvoll, wenn sich Ihr finanzieller Spielraum durch eine Gehaltserhöhung, ein Erbe oder die Auszahlung einer Versicherung merklich vergrößert. Die genauen Sondertilgungsbedingungen legt die Bank mit Ihnen bereits zu Beginn der Hausfinanzierung fest.

4. Was muß ich vorbereiten
Für einen verbindlichen Finanzierungsvorschlag benötigt Ihre Bank oder Ihr Finanzvermittler Informationen zum Haus und zu Ihren Finanzen. Sie benötigen also Nachweise über ihr Einkommen (Lohnsteuernachweise) und etwaiges Eigenkapital (Bausparvertrag, Sicherheiten, uvm.). Hinsichtlich des geplanten Hauses spielen insbesondere auch die Bauweise, die Architektur und der Bauplatz eine gewichtige Rolle.

5. Angebote vergleichen
Um vergleichen zu können, holen Sie auf jeden Fall mehrere Angebote zur Finanzierung ein. Für eine direkte Vergleichbarkeit der Angebote müssen die Vertragsbedingungen möglichst übereinstimmen.

Vokabelcheck Baufinanzierung

Im Folgenden finden Sie Erläuterungen zu aktuellen Fachbegriffen und gesetzlichen Regelungen erklärt.

Annuitätendarlehen

Darlehensform, bei der Kreditnehmer über die festgelegte Laufzeit gleichbleibende monatliche Raten an den Kreditgeber zurückzahlt. Die Raten bestehen jeweils aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil.

Sollzinsbindung

Bei einer Baufinanzierung wird in der Regel ein bestimmter Zeitraum vereinbart, in dem der Zinssatz konstant bleibt. Die Sollzinsbindung wird meist für 5 bis 30 Jahre festgelegt. Der Kreditnehmer macht sich für diesen Zeitraum unabhängig von der Zinsentwicklung am Markt.

Anschlussfinanzierung

Nach Ablauf der Sollzinsbindung ist meist noch nicht das gesamte Baudarlehen zurückgezahlt. Der Verbraucher schließt einen neuen Kreditvertrag ab. Er kann die Baufinanzierung bei der bisherigen Bank weitertilgen (Prolongation) oder sie zu einer anderen Bank umschulden.

Forward-Darlehen

Eine Art der Anschlussfinanzierung, bei der sich der Kreditnehmer schon vor Ablauf der Sollzinsbindung ein Folgedarlehen zu günstigen Konditionen sichern kann. Verbraucher können dadurch in der Zukunft von aktuell günstigen Konditionen profitieren, müssen dafür in der Regel aber einen Zinsaufschlag bezahlen.

Vorfälligkeitsentschädigung

Sinken während der Sollzinsbindung die Zinsen, könnten für den Kreditnehmer der Ausstieg aus dem Vertrag und eine Umschuldung zu einem günstigeren Baudarlehen attraktiv sein. Bei einem Baudarlehen ist die Bank nicht grundsätzlich zur Rücknahme des Kredits während dieser Zeit verpflichtet. In bestimmten Fällen muss sie allerdings zustimmen. Das Kreditinstitut verlangt für die Ablösung dann in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung. Damit will sie die entgangenen Zinseinnahmen ausgleichen.

Gesetzliche Neuregelungen durch EU-Vorgaben

Seit Frühling 2016 hat eine neue Darlehensregelung in Deutschland mehrfach für Aufregung gesorgt. Seit 21.03. ein Gesetz zur „Umsetzung der Wohn­immobilienkreditrichtlinie“ in Kraft. Der Gesetzgeber hat damit die Wohnimmobilienkreditrichtlinie der EU aus dem Jahr 2014 in deutsches Recht umgesetzt. In der Folge wurde oftmals berichtet, dass Verbraucher wegen der Neuregelung schwerer Baudarlehen erhalten. Die Regelung besagt im Kern, das die Bank die Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers sorgfältiger prüfen muss. In Folge agieren die Banken insgesamt verhaltener bei der Kreditvergabe. Das hat auf solvente Kreditnehmer aber keinerlei Auswirkungen.